Über mich

Mein Weg oder Way of Life

Ich beschäftige mich etwa seit dem Jahre 2000 mit Pferdeverhalten. Damals begann ich mein Studium der Sprachwissenschaft (für Menschen) und nutzte den Zugang zu universitärem Wissen, um neben der täglichen Praxis auch die Sprache der Pferde (und die Phytotherapie) aus wissenschaftlicher Sicht zu studieren.
Als gäbe es einen großen Plan, trat dann 2004 eine Stute in mein Leben, die alles an "unerwünschtem Verhalten" zeigte, was Mensch sich vorstellen kann. "Way of Life", eine wunderschöne Trakehnerstute, die jedes Lebewesen angriff, das versuchte, sich ihr zu nähern oder sie gar zu berühren. Sie beherrschte das volle Programm des In-Die-Flucht-Schlagens: Beißen, Schlagen, Buckeln, Steigen, Durchgehen, Umrennen und so weiter. Ein Fluchttier, das das Kämpfen gelernt hatte. Also kämpfte sie! Und sie war sehr gut im Kämpfen!

Ich fühlte mich von der Aufgabe, mit ihr einen harmonischen Weg zu finden, magisch angezogen. Also nahm ich die Herausforderung an und "Way of Life" zu uns in den Stall.  

In winzigen Schritten versuchte ich mich ihr anzunähern. Irgendwann durfte ich die Box betreten. Irgendwann durfte ich ein Halfter auflegen. Irgendwann (viel viel später) durfte ich sie satteln und reiten. Das war nicht immer ungefährlich und auch manches Mal ganz schön schmerzhaft. Aber ich lernte. Ich lernte durch jede ihrer Reaktionen. Ich lernte durch jeden meiner Fehler. Und ich lernte, indem ich mich immer weiter durch Tonnen an wissenschaftlicher Literatur zum Thema Pferdepsychologie und Pferdeverhalten las. Ich sah mir die Methoden vieler Pferdetrainer und sogenannter Horseman an. Probierte aus, verwarf, übernahm, was ich sinnvoll fand, und entwickelte meine eigenen Methoden. Ich versuchte so oft wie möglich Pferdeherden zu beobachten und deren Verhalten zu analysieren. 

Und ich arbeitete hart an mir selbst! Denn sehr schnell verstand ich, dass wir Menschen uns ändern, uns annähern, uns verbessern müssen. Dass wir dem Pferd die Sicherheit seiner Pferdegemeinschaft, die Führung einer Leitstute und die Wärme einer Mutterstute geben müssen, damit wir ein gutes Miteinander erreichen können. Ich lernte meine Gefühle zu kontrollieren, meine Gedanken zu fokussieren, meinen Blick zu öffnen und meine Hirnströme zu verlangsamen. Und je besser ich wurde, je mehr ich die "Ruhe im Sturm" und der "Fels in der Brandung" wurde, desto tiefer wurde die Bindung zwischen uns, desto größer ihr Vertrauen in mich und die Welt und desto mehr gab sie ihren Kampf auf. 

Heute, viele Jahre später, verbindet uns eine tiefe Liebe und ein unzerreißbares Band. "Way of Life" wurde zu meiner "Lotti". Ihre Augen sind voller Frieden, Ihre Reaktionen oft erstaunlich ruhig und überlegt, ihre Mundpartie hat alle Anspannung verloren. 

Wir sind nicht fertig. Wir werden nie fertig sein. Aber heute sind wir eine Einheit. 

Von Lotti habe ich in diesen Jahren mehr gelernt als aus jedem Buch, jeder wissenschaftlichen Studie, jeder ethologischen Beobachtung. Das theoretische Wissen hat mir manches Mal geholfen, neue Lösungswege zu finden, aber die eigentliche Antwort auf all unsere Fragen liegt immer beim Pferd. Durch sie habe ich Zuhören gelernt. Und Hinschauen. 

Diese Jahre haben meinen Blick geschärft auf mich, auf die Welt und meinen Platz darin. Ich hatte meinen Studienabschluss in der Tasche und war Journalistin geworden. Doch nachdem ich verstanden hatte, was meine Berufung wirklich ist, gab ich den Job auf. Ich eröffnete die Krauterie (www.krauterie.de) und verschrieb mich nun endlich Vollzeit den Pferden. Ich absolvierte eine Pferdepsychologie-Ausbildung, lernte von namhaften Experten und machte mich auf die Suche nach noch mehr Wissen, noch mehr Erfahrung in puncto Pferdeverhalten.

Heute bin ich so weit, mein Wissen weiter zu geben und Pferd-Mensch-Paaren zu helfen, eine bessere Gegenwart und eine noch bessere Zukunft zu erreichen.

Und Lotti hat das (Adoptiv-)Kind bekommen, das sie sich immer so sehr gewünscht hatte: eine kleine schwarze Trakehnerstute sehr ähnlicher Abstammung. Die beiden haben sich gefunden, erkannt und sofort geliebt. Es war selbstverständlich, dass ich die Kleine in unsere Familie mit auf nahm.
Ich nannte sie "Galina".
Denn das bedeutet "Frieden". 

Mein Werdegang

Seit 2012 selbstständig als Pferde-Psychologin und Phytotherapeutin

  • 2017/2018 Ausbildung Tierheilpraktikerin, Bildungswerk für therapeutische Berufe

  • 2017 Reiki Meister Grad

  • 2015 kurze Lernphasen mit Mary Ann Simonds (Wissenschaftlerin angewandte Verhaltensforschung, USA), James French und anderen namhaften Experten & Trainern

  • 2014/2015 Ausbildung Pferdepsychologie, Akademie für Naturheilkunde, Schweiz

  • 2012 Eröffnung der Krauterie, Unternehmerin im Bereich Phytotherapie für Pferde, Hunde & Katzen

  • 2006 bis 2012 freiberufliche Journalistin & Texterin, Volontariat, FH-Studium Journalismus

  • seit 2001 bis heute Selbststudium Psychologie und Ethologie des Pferdes, Phytotherapie und Naturheilkunde, Tierheilpraxis von Pferden, Hunden und Katzen, vet-med. Grundlagen

  • 2001 bis 2006 Universitäts-Studium Sprachwissenschaften an der Universität Kiel (Abschluss Magister Artium)

 

Mitglied im Kompetenzverbund Pro Pferd

Meine Philosophie

Pferde sind Fluchttiere, Beutetiere, Pflanzenfresser, Steppenbewohner und Einhufer. Aber vor allem sind Pferde eines: Herdentiere. Die Gemeinschaft, die Herdenstruktur, die Verbindung zueinander ist elementar für das Überleben eines Wildpferdes. Und diese Gene haben sich auch in unseren domestizierten Pferden fest geschrieben. Nur sein soziales Wesen führt dazu, dass wir Menschen überhaupt so große, starke und schwere Tiere an unserer Seite haben können. Denn auch mit uns geht das Pferd eine soziale Bindung ein. 

Wir haben die Pferde domestiziert, ihnen ihren natürlichen Lebensraum genommen, geben ihnen artfremdes Futter und stecken sie in Herden mit genetisch völlig unterschiedlichen Artgenossen. Es ist also in unserer Verantwortung, aus dieser sozialen Bindung etwas Gutes zu machen - für uns und für unser Pferd. Dafür müssen wir seine Sprache lernen, seine Bedürfnisse, seinen Charakter und seine Natur verstehen und ihm ein guter Partner sein. 

Ich bin überzeugt davon, dass sich Probleme mit dem eigenen Pferd nachhaltig und erfolgreich nur dann lösen lassen, wenn man an der Beziehung arbeitet. Denn ein Wildpferd hat keine Probleme. Ein Wildpferd ist sozial, leistungsbereit und verständig. Denn alles andere wäre sein Tod. Wenn Pferde also widersetzlich werden, aggressiv oder abgestumpft, wenn sie koppen, weben, bocken, steigen usw., dann kann es nicht am Pferd liegen... dann stimmt etwas nicht zwischen Pferd und Mensch. 

Das Gute an dieser Erkenntnis ist: Sie bietet die absolute Macht zur Veränderung! Wir selbst haben es in der Hand, wie gut die Beziehung zu unserem Pferd ist. Und wir können lernen, eine großartige Leitstute, eine warmherzige Mutterstute und ein vertrauenswürdiger Partner zu sein. Wir müssen nur unsere Pferde verstehen lernen. Und dann müssen wir uns so verhalten, dass die Pferde uns verstehen, respektieren und lieben können. Und plötzlich ist alles ganz einfach...

Mein Spezialgebiet

Meine ganz persönliche Geschichte hat mich auf die Pferde spezialisiert, mit denen ihre Besitzer wirklich nicht mehr klar kommen. Die Pferde, die bereits verschiedenen Trainern vorgestellt wurden, und um die die meisten Menschen einen Bogen machen. Ich tue das nicht. Ich verstehe, warum diese Pferde geworden sind, wie sie sind, und ich verstehe vor allem die Not, in der sie stecken. Denn nur ein Pferd in Not verhält sich so.

Und natürlich habe ich auch einen Blick für die Not der Pferdebesitzer. Ein Pferd, das unberechenbar ist, schafft viele Unsicherheiten und negativen Gefühle. Manchmal belastet die Situation das ganze Leben und den Alltag aller. Das möchte ich gerne ändern!

Dabei gehe ich sowohl behutsam und feinfühlig als auch klar und konsequent vor. Ich bin Ihnen gegenüber immer ehrlich und werde niemals um den heißen Brei herumreden. Sie müssen wissen, was vermutlich die Ursachen sind, was getan werden muss, um die Situation zu verbessern, und wie die Chancen stehen, das zu erreichen, was Sie sich wünschen.

Während der Trainingszeit schenke ich Ihnen meinen Verstand, mein Wissen, mein Herz und meinen Bauch. Ich gebe mich "voll rein". Ich bin geduldig und verständnisvoll mit Ihnen und Ihrem Pferd. Ich hole Sie da ab, wo Sie stehen, und mache mich mit Ihnen auf den Weg dorthin, wo Sie hinmöchten. Ich führe Sie beide und sichere Sie ab.

Geben Sie nicht auf! Wagen Sie wieder zu träumen!