Verhaltensstörungen

Koppen, Weben, Headshaking & Co.

Die sogenannten "stereotypen Verhaltensstörungen" sind nicht zu vergleichen mit "unerwünschtem Verhalten". Denn Stereotypien wie Koppen, Weben, Headshaking, Boxenlaufen und Automutulation scheinen keine erkennbare Funktion mehr zu haben. Das bedeutet: Ein Pferd, das seinen Reiter herunterbuckelt, hat ein eindeutiges Ziel: Es möchte sich dem Reiter entledigen. Hierzu nutzt es ein natürliches Verhalten (das Buckeln), das wir auch in der Natur beobachten können. Stereotypien hingegen zeigen in der Regel keine direkte Verbindung mehr zum Auslöser. Oft gab es in der Vergangenheit ein "Initialtrauma", welches die Störung auslöste. Im Laufe der Zeit aber wird diese Störung scheinbar losgelöst von äußeren Ursachen immer wieder zwanghaft wiederholt. 

Prophylaxe von Verhaltensstörungen

Da stereotype Verhaltensstörungen schwierig zu therapieren sind, ist der Vorbeugung besonderes Augenmerk zu schenken! Denn oftmals sind Fehler in der Aufzucht, Haltung und bei Trainingsbeginn ursächlich für derlei Störungen. Wenn Sie dies vermeiden wollen, berate ich Sie gern! Ich kann Ihnen aufzuzeigen, auf welche Faktoren besonders zu achten ist, um die Wahrscheinlichkeit von Störungen wie Koppen, Weben usw. drastisch zu reduzieren. 

"Therapie" von Stereotypien

Je früher Maßnahmen ergriffen werden, um Stereotypien zu behandeln, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dabei Erfolg zu haben. Nach sehr langer und intensiver Ausführung von derlei Verhaltensstörungen, können sich die neuroendokrinen Strukturen des Pferdes nachhaltig verändern. Diese "psychischen Narben" können das Verhalten fixieren - es ist dann kaum mehr rückgängig zu machen (residual-reaktive Verhaltensstörung). Doch selbst in einem solchen Fall muss dafür gesorgt werden, das Wohlbefinden und die Gesundheit des Pferdes zu verbessern - selbst, wenn dies keinen Einfluss mehr auf die Störung selbst haben sollte!

Die Therapiemaßnahmen sind bei fast allen Stereotypien ähnlich - egal ob Koppen, Weben, Headshaking, Automutulation, Boxenlaufen, Zaunlaufen usw. In erster Linie muss der Stress reduziert werden. Wie genau das geht und was das für Sie als Halter bedeutet, erkläre ich Ihnen gern in einem ausführlichen Beratungsgespräch. 

Bitte KEINE Koppriemen oder Operationen!

Alle Maßnahmen, das krankhafte Verhalten zu unterbrechen, zu stören oder gar komplett zu unterdrücken sind in nur einem einzigen Fall zulässig: Nur dann, wenn eine ernsthafte Gefahr für das Leben Ihres Pferdes besteht! Was sehr selten ist! Und auch nur dann, wenn parallel Maßnahmen zur Stressreduktion ergriffen werden! In allen anderen Fällen sind derlei Maßnahmen Tierquälerei. Denn diese stereotype Verhaltensweise hilft dem Pferd, Stress abzubauen. Studien belegen den deutlichen Anstieg von Cortisol (Stresshormon) im Blut nach Anlegen von z.B. Kopp-Riemen oder nach einer OP. Sie nehmen Ihrem Pferd damit die einzige Hilfe, die es hat, mit dem Stress umzugehen. Dies ist schrecklich für das Pferd - und begünstigt die Entstehung weiterer Verhaltensstörungen!

 

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