Probleme mit dem Pferd lösen

Wie Sie Hindernisse aus dem Weg räumen können

Der Weg zu einer harmonischen Pferde-Mensch-Beziehung voller Leichtigkeit und Erfolg ist gepflastert mit Hindernissen. Bei manchen sind es sehr große Hindernisse bei anderen viele Kleine. 

Die Liste der möglichen Probleme ist so lang wie die Geschichte des Reitens: Pferde die sich widersetzen. Pferde die bocken. Pferde, die sich nicht einfangen lassen. Pferde, die durchgehen. Pferde, die scheuen. Pferde, die sich nicht verladen lassen. Und so weiter und so fort. 

Nun könnten Sie natürlich jedes Problem einzeln angehen und mittels Konditionierung, Verstärkung oder Desensibilisierung bzw. Sensibilisierung daran arbeiten. Das ist möglich und zusätzlich finde ich es auch sinnvoll. Meine (psychologische) Art zu arbeiten, hat aber eine andere Grundlage: Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Probleme bei einem Pferd-Mensch-Paar eine tieferliegende Ursache haben. Diese könnte zum Beispiel im Bereich des Vertrauens, der Führung, des körperlichen Wohlbefindens u.s.w. liegen. Wie ich es in der Pflanzenheilkunde auch mache, betrachte ich in der Pferdepsychologie das offensichtliche Problem erst einmal als Symptom und mache mich dann auf die Suche nach der Ursache. Ich glaube, dass der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass Sie auf diese Art mehrere Probleme gleichzeitig und nachhaltig beseitigen können und automatisch dabei eine bessere Beziehung zu Ihrem Pferd bekommen. 

 

Schritt 1: Herausforderungen benennen

Sich einzugestehen, dass es nicht ganz so rund läuft, wie Sie es sich wünschen, ist der erste Schritt zur Lösung, und einer, vor dem ich größten Respekt habe. Hut ab! Das kann nicht jeder! Sie sind sehr mutig!

Was genau scheint also die Schwierigkeit mit Ihrem Pferd zu sein?
Schreiben Sie es auf. (Beispiel: "Pferd bockt unterm Reiter")

Und dann zählen Sie darunter all die Dinge auf, die zusätzlich noch nicht so rund laufen (egal wie klein und unscheinbar diese Dinge im Vergleich zum größten Problem wirken - sie können uns später eine große Hilfe sein). Also z.B. bleibt nicht ruhig stehen beim Putzen, legt die Ohren an beim Gurt anziehen usw. 

 

Schritt 2: Ursachenforschung

Nun schauen Sie sich diese Liste einmal ganz neutral an. Gibt es einen gemeinsamen Nenner? Gibt es einen Themenbereich, um den herum sich besonders viele Punkte angesammelt haben? Was haben diese Probleme gemeinsam? Wo genau tritt das Problem auf?

Schreiben Sie neben das Problem, den Themenbereich und differenzieren Sie es.
(Vereinfachtes Beispiel: 
     Pferd bockt --> wann? --> direkt beim Aufsteigen --> mögliche Ursachen: Reiter, Sattel, Rücken, Körper
     Pferd steht nicht beim Putzen --> wenn ich wo putze? --> am Rücken
     Pferd legt die Ohren an bei Gurten --> wann genau? --> wenn mehr Druck auf den Gurt kommt --> Sattel, Bauch, Rücken)

Im Beispiel stellen wir dann fest, dass der gemeinsame Nenner, der Rücken ist. Hat das Pferd vielleicht einfach Rückenschmerzen? Drückt der Sattel?

Viele Probleme sind komplexer als dieses Beispiel, dabei vielleicht kann es Ihnen dennoch helfen, Ordnung in das Chaos Ihrer Sorgen und Gedanken zu bringen. Wenn nicht, helfe ich Ihnen gern dabei. 

 

Schritt 3: Ursache behandeln

Je nachdem, wo Sie stehen, beginnen Sie evtl mit der Bildung von Verständnis durch Wissen über die Natur des Pferdes. Denn wenn Sie verstehen, warum sich Ihr Pferd verhält wie es sich verhält, nehmen Sie es zum einen nicht persönlich, haben aber zum anderen bereits die Wunschliste des Pferdes in der Hand: Denn die Bedürftigkeit Ihres Pferdes zeigt, was es von Ihnen braucht. 

Sie können lernen, wie Sie dem Pferd das geben können, was es braucht, damit es sich kooperativ verhält. Das hat meist etwas mit dem eigenen Verhalten zu tun, aber auch viel mit den eigenen Gedanken und Glaubenssätzen - und gerne auch mit Haltung und Fütterung. Somit besteht ein wesentlicher Teil des Trainings in Übungen für Sie. Denn meist (nicht immer) ist der Mensch der Schlüssel. Verändert sich der Mensch, verändern sich die Tiere meist so unheimlich schnell mit, dass man es kaum fassen kann. 

Wenn die Ursache für die Schwierigkeit z.B. im Vertrauen zwischen Mensch und Pferd liegen, können vertrauensbildende Maßnahmen beiden helfen, die Schwierigkeiten zu überwinden. 

 

Schritt 4: Spezielle Probleme behandeln

Spezielle Probleme bedürfen einer besonderen Betrachtung und eines speziellen Trainings. Denn manchmal haben sich die Probleme eines Pferdes bereits von der Ursache gelöst und verselbstständigt. 

Was genau bei speziellen psychischen Problemen gemacht werden kann, hängt so sehr vom Einzelfall ab, dass ich dafür keine Pauschalempfehlung geben kann und darf. Aber mein Handwerkszeug, mit dem ich an solchen Fällen arbeite, können Sie zum Teil im Text "Wie ich arbeite" nachlesen. Hier gehts zum Text.

 

Schritt 5: Auf das Positive konzentrieren

Probleme anzugehen und zu lösen, ist eine tolle Sache. Doch wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht zu sehr nur auf das Negative konzentrieren. Irgendwann müssen wir auch die Dinge, die noch nicht so toll klappen, einfach mal akzeptieren und loslassen, indem wir uns auf unsere Stärken und die Sternstunden fokussieren, die wir mit unserem Pferd haben. Genießen Sie die gemeinsame Zeit, die Sie haben!

 

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