Die Pferd-Mensch-Beziehung

Wie können Mensch und Pferd ein Team werden?

Manchmal sehen wir Paare, da bleibt uns die Luft weg: Sie verstehen einander ohne Worte. Sie vertrauen einander blind. Und weichen einander nicht von der Seite. In ihren Blicken sieht man unendliche Nähe und Verbundenheit. Und viele von uns wünschen sich in diesem Momenten ebensolch ein Band mit dem eigenen Pferd zu knüpfen. Dass es möglich ist, beweisen diese Paare. Dass es nicht einfach ist, beweist die viel viel größere Anzahl an Pferden mit Menschen, die kein Team sind.

Doch, dass muss so nicht sein. Es ist meine Berufung, diesen Zustand zu ändern und ich mache mich auf den Weg dahin. Kommen Sie mit mir :)

 

Auf dem Weg zu einer tiefen Pferd-Mensch-Beziehung

 

1. Wissen & Verstehen

Sind wir doch ehrlich, unser Kopf hat meistens immer noch eine Menge zu sagen (auch wenn sich manche von uns bemühen, das zu ändern). Wir sind relativ kopfgesteuerte Wesen (,was vor allem an unserer Kultur und den darin herrschenden Werten zu tun hat.) Darum ist es wichtig, zuerst den Kopf anzusprechen. Denn der Kopf will wissen, was, wieso und warum und wie genau. Dem versuche ich gerecht zu werden, indem ich Ihnen auf dieser Seite ganz viel theoretisches Wissen zukommen lasse und auch in meinen Training immer wieder Bezug zu wissenschaftlichen Inhalten nehme. 

Und das hat noch einen weiteren Aspekt: Wenn Sie ganz genau wissen, wie Pferde ticken, wie Sie selbst ticken, was Ihre und dessen Schwachstellen sind und wie Sie diese umgehen können, dann haben Sie schon einen guten Schritt gemacht auf dem Weg zu einer Einheit mit Ihrem Pferd. Denn nur, wer versteht, hat Verständnis. Nur, wer Verständnis hat, nimmt es nicht Persönlich, bleibt objektiv, kann seine Emotionen kontrollieren und bewusst einen guten Impuls in eine vielleicht schwierige Situation geben. 

Ein Gegenbeispiel: Wer denkt, sein Pferd "verarsche" ihn, obwohl es eigentlich nur Angst hat und kein Vertrauen in die Führung des Reiters, der tendiert dazu, die Kontrolle über seine Emotionen zu verlieren, indem er z.B. wütend wird. Die Wut wiederum zeigt dem Pferd zum einen, dass der Reiter sehr schlechte Führungsqualitäten hat (ein Anführer hat seine Emotionen im Griff), was für das Pferd bedeutet, dass es allein auf sich gestellt ist, weil vom Reiter keine Hilfe zu erwarten ist. Was wiederum in überschießenden und unkontrollierbaren  Reaktionen des Pferdes gipfeln kann. Zum anderen zeigt sich der Reiter mit seiner Aggression als Raubtier  - und verstärkt die Angst des Pferdes. 

Und natürlich können wir über den Kopf verstehen, was Pferde wirklich brauchen, und dass sie nur dann kooperieren können, wenn ihre Bedürfnisse erfüllt sind, und sie nicht mehr bedürftig sind. 

Kurz: Der Kopf, das Wissen und der Intellekt machen bei uns Menschen meist den ersten Schritt. Darum sollten wir als Erstes echtes Wissen sammeln, dass uns weiter bringt. 

 

2. Fühlen

Die weit schwerere Lektion für die meisten Menschen ist nun dies zweite: Fühlen. Das geht schon im Reitunterricht los: Der Reitlehrer erzählt uns, dass wir die Hacken runter nehmen und das Kreuz gerade machen sollen. Aber kaum einer erzählt uns, dass wir Balance und "organisches Reiten" (wie ich es gerne nenne) nur dann bekommen, wenn wir Fühlen. Wenn wir die Bewegungen des Pferdes erfühlen und unserem Körper erlauben, allein diesem Gefühl zu folgen. Kinder lernen so reiten, wenn sie keinen klassischen Reitunterricht haben und ich wünschte mir, dass mehr Reitlehrer mit "Fühlen" die ersten Stunden füllen würden. 

Denn 1. verbindet und nichts so stark mit einem hoch-emotionalen Wesen wie dem Pferd wie Fühlen. Schalten Sie Ihr Gefühl ein und Ihren Kopf aus, es wird eine sichtbare Veränderung in Ihrem Pferd vorgehen! Es wird Sie plötzlich mit anderen (respektvolleren und wertschätzenderen) Augen ansehen. 

Und 2. eröffnet und das Fühlen den Weg zur Intuition. Und wenn man mit Tieren zu tun hat, ist die Intuition ein äußerst wertvoller Sinn, den man unbedingt nutzen sollte. 

3. macht Fühlen ruhig und senkt unsere Gehirnfrequenz von Beta zu Alpha. Menschen befinden sich meist in Beta, weil sie ständig, rauf und runter und um die Ecke denken müssen. Pferde befinden sich meist in Alpha, einer Frequenz, die durch Sein in der Gegenwart und durch Konzentration auf unsere Sinne entsteht. Wen Pferde spüren, dass sich unsere Gehirnfrequenz der ihren anpasst, werden sie ruhig und glücklich :) Kaum etwas, schafft so schnell eine so wunderbare Verbindung zum Pferd wie diese Anpassung der Gehirnfrequenz. 

4. finden wir nur über das Fühlen den Weg zu einer besonderen Kommunikationsform des Pferdes, die sich bioenergetische Kommunikation nennt. Sie kennen das, wenn Sie Herden oder Schwärme beobachten. Es ist das, was passiert, wenn alle Tiere sich gleichzeitig in die gleiche Richtung bewegen oder in der Masse eine bestimmte Form bilden. Eine äußerst faszinierende Übertragung von Energie, die auch der Mensch spüren kann... - wenn sein Geist die Klappe hält ;)

Während Wissen und Verstehen den meisten Menschen leicht fällt, müssen Sie Fühlen und dessen Unterarten erst einmal wieder erlernen. (Übrigens ist das nicht per Se ein "Frauending". Ich kenne einige Männer, die mit Pferden zu tun haben und sehr gut sind in dieser Disziplin. Sie denken nur nie darüber nach und sind sich dessen selten bewusst.)

 

3. Üben, üben, üben... die Sprache des Pferdes und der passende Umgang

Dann geht es darum, das Gelernte in die Praxis mit dem eigenen Pferd zu übertragen. Hierbei hilft an diesem Punkt der Entwicklung meist die Frage "Was würde ein (Wild-)Pferd tun?" Denn diese Frage zieht uns ganz schnell ab von menschlichen Urteilen und Denkweisen, auf die wir natürlich immer wieder schnell geraten - schließlich sind wir ja auch Menschen. Beim Pferd sollten wir allerdings versuchen, so viel wie möglich auf die Art eines Pferdes zu tun. Denn diese Art ist dem Pferd so vertraut, dass sie automatisch Nähe und Wertschätzung erschafft. (Fremdheit = Distanz, Gemeinsamkeiten = Nähe).

Mal davon abgesehen, dass die Kommunikation deutlich besser funktioniert und die Missverständnisse deutlich abnehmen, wenn beide Gefährten sich auf eine Sprache geeinigt haben. Und glauben Sie mir, Pferde versuchen wirklich mit größten Mühen, auch unsere Sprache zu erlernen. (Besonders viele Ponys sind sehr erfolgreich bei diesem Versuch.)

Wer die Sprache des Pferdes versteht und spricht, wer sich so verhalten kann, dass das Pferd eine klare Führung erhält und Vertrauen aufbauen kann, der hat schon einen Großteil des Weges geschafft. 

 

4. Probleme meistern / Unwuchten harmonisieren

Kaum ein Weg verläuft gradlinig und ohne Stolpersteine. Wir sind Menschen. Wir machen Fehler. Und wenn nicht wir, dann die Menschen vor uns oder die Menschen unseres Umfeldes. Wer auch immer den ersten Impuls gab (und das ist eigentlich auch wirklich egal), es entstehen Probleme auf dem Weg. Bei Manchen sind es kleine Probleme, über die sie hinwegsehen können. Bei anderen sind die Probleme so groß, dass sie nicht zu verleugnen sind. Und doch habe  alle eines gemeinsam: Jedes Problem bietet eine großartige Entwicklungschance! Für Sie, für Ihr Pferd und für Sie beide! Denn, sind wir doch mal ehelich, wir wachsen nicht durch Eitel-Sonnenschein. Wir wachsen durch die Überwindung von Problemen. 

Stellen wir ein Problem fest, müssen wir uns auf Ursachenforschung begeben. Denn meist zeigt uns die Ursache den Weg zur Heilung.

Ein Beispiel: Ein Berufsreiter und sein stolzer Dressurchampion gewinnen einen Preis nach dem anderen. Doch plötzlich weigert sich der Hengst, das Dressurviereck zu betreten. Ja, wenn der Reiter im Training die Musik für die Kür auflegt, steigt er sogar. Dabei hatte der Reiter an alles gedacht und alles richtig gemacht: Er hatte dafür gekämpft, dem Pferd eine artgerechte Haltung und Fütterung zu ermöglichen (was in diesen Kreisen nicht gerade zum guten Ton gehört), er hatte auf ausreichend Sinnenreize und genügend Entspannung und Erholung geachtet, ja er meditierte sogar jeden Morgen zusammen mit dem Pferd und liebte es von ganzem Herzen. Aber eine winzige Kleinigkeit hatte er vergessen: Das Lob. Der Hengst aber war ein stolzer Typ. Er genoss es, sich vor Publikum zu präsentieren, er liebte die Show und ja, er liebte auch seinen Reiter. Aber irgendwann sah er nicht mehr ein, hart zu arbeiten für Nichts. Als sein Reiter verstanden hatte, was ihm fehlte, und er begann, ihn immer dann zu loben, wenn er etwas richtig gemacht hatte oder wenn er stolz auf ihn war, verflüchtigten sich die Probleme von heute auf morgen als wären sie nie da gewesen. Und die beiden wurden noch erfolgreicher und noch verliebter als zuvor. 

;) :)

 

Wenn Sie die Ursache für das Problem nicht finden können, ist das keine Schande. Wir alle haben unsere blinden Flecken und es fällt uns allen leichter, objektiv zu sein, wenn es um andere geht. Da mache ich keine Ausnahme. Aber ich kann Ihnen helfen, die Ursache für das Problem zu finden. Denn, hat man erst die Ursache gefunden, weiß man, welchen Schalter man umlegen muss,... und der Rest kommt dann nahezu von allein. 

Ich freue mich auf Sie und Ihr Zauberpferd! :)

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