Blog-Eintrag

Welche Pferd-Mensch-Charaktere passen zusammen?

20.03.2015 - 17:01
von Herdis Hiller
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Bestimmt haben Sie auch schon von dem ungeschriebenen Gesetz gehört, dass wir uns kein Pferd kaufen sollten, dass genauso ist wie wir selbst. Und sicherlich hat diese „Regel“ auch einen weisen Kern:
Stellen wir uns vor, ein cholerischer Mensch kauft ein wütendes Pferd. Das Ergebnis wäre wahrscheinlich ein ewig währender Kampf, jede Menge gefährliche Situationen und Frust. 

Stellen wir uns vor, ein ängstlicher Mensch tut sich mit einem ängstlichen Pferd zusammen. In diesem Fall wird der Reiter dem ängstlichen Pferd nicht die Führung und Sicherheit schenken können, die es braucht. Im Gegenteil: die Ängste beider werden sich auf den jeweils anderen übertragen und sich immer weiter hochschaukeln. Die Konsequenzen könnten wirklich gefährlich sein. 

Und stellen wir uns zu guter letzt vor, wie ein Mensch, der nicht gern Verantwortung trägt, versucht einem Pferd, das nicht gern Verantwortung trägt, den Job der Führung zuzuschieben, das diesen dann wieder zurückgibt, und dieser dann wie ein Pingpongball immer hin und her gereicht wird. Die Folge dürfte Stagnation statt Bewegung und Entwicklung sein. 

Es hat also durchaus etwas für sich, ein Pferd für sich auszusuchen, das einen ergänzt statt einem ähnelt. So können Kinder bestimmt von einem phlegmatischen aber sehr verantwortungsbewussten älteren Pony mehr profitieren als von einem 3-Jährigen Heißblut. Ein mental starker und gleichzeitig feinfühliger Mensch wird in genau diesem Heißblut aber vielleicht eine schöne Herausforderung finden - das junge Pferd eine starke Schulter zum Anlehnen und Orientieren. 

Aber, keine Regeln ohne Ausnahmen. Denn es gibt kein Schema F, keine absoluten Wahrheiten. 

So gibt es durchaus eine Konstellation, die genau richtig sein kann, selbst wenn beide sich stark ähneln: Wenn ein Mensch und ein Pferd zusammen treffen, die sich beide weiterentwickeln wollen, und beide bereit sind, sich ihren eigenen Schatten zu stellen. Dann spiegelt der eine den anderen und hilft ihm so, seine Schwächen zu erkennen und sie zu überwinden. 

Der cholerische Reiter könnte lernen, dass seine laute Art sein Pferd noch wütender macht. Und weil er ungern irgendwann verletzt werden möchte, könnte er an seiner eigenen Wut arbeiten. Diese Entwicklung wird das Pferd bemerken und es wird seinerseits einen Impuls zur Entwicklung bekommen. 

Oder der ängstliche Reiter. Er kann sich seiner Angst stellen und lernen, sie zu überwinden. Und dann wird er so gut darin sein, mit Angst umzugehen, dass er seinem Pferd helfen kann, die seine zu überwinden. 

Und der Mensch, der nicht gern Verantwortung trägt, kann sein Pferd als Impuls nehmen dazu, sich weiterzuentwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Dann wird das Pferd plötzlich Bewegung in seinem Menschen feststellen und Führung erkennen und es wird sich unheimlich dankbar anschließen. 

Dream-Teams, oder?

Wie immer: Sie entscheiden, welchen Weg Sie gehen möchten. Dazu müssen Sie sich fragen, was genau Sie wollen:
Möchten Sie sich beim Pferd erholen und ausspannen, schließlich sind Job und Alltag schon anstrebend genug? Dann sollten Sie ein Pferd nehmen, dass Ihre Schwächen ausgleichen kann, dass eher phlegmatisch und gelassen ist. 

Möchten Sie sich hingegen persönlich weiterentwickeln, mögen Sie Herausforderungen und haben Sie auch keine Angst davor, sich Ihren eigenen Schwächen zu stellen? Dann werden Sie genau das Pferd finden, das Ihnen dabei hilft. 

Sie müssen dafür nur eines tun - und zwar am besten, bevor Sie sich ein Pferd anschaffen: 

Sie müssen sich bewusst entscheiden!

 

Bild copyright: Photohota istockphoto.com

 

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